II. URBAN TRIANGLE
Tracing Collective Memory through Urban LociYear | 2024-2025
Location | Berlin, Germany
Typology | Urban Research & Spatial Mapping
Program | Public Space & Urban Furniture
Tutors | Prof. Karsten Huneck, Pete Lee
Across these exploratory visits, a recurring spatial pattern emerged: Berlin’s iconic street fountain (Straßenbrunnen) are frequently positioned at street corners, creating a small triangular void at the intersection of pedestrian flows. These voids become informal condensers for street furniture (kiosks, Imbiss stands, advertising columns etc.) producing micro-gathering spaces that quietly store social routines and everyday rituals.
In a city shaped by wartime destruction and reconstruction, these Urban Triangles persist as Aldo Rossi’s loci: fixed points that hold historical layers, invite social use, and stabilize the fragmented urban fabric (The Architecture of the City, 1966). Together with the surrounding objects and activities, these “Urban Triangles” operate as a readable unit of the Kiez - Berlin’s subjective, lived neighborhood scale.
<Deutsch>
URBAN DREIECK ist ein vorläufiges räumliches Experiment, das den Grundstein für die Bachelorarbeit gelegt hat. Als erste Phase der Forschung und der verkörperten Auseinandersetzung mit Berlin dokumentiert es das kollektive Gedächtnis der Stadt. In diesem Prozess wurde Otto Rohses Mappenwerk „Berliner Bezirke“ (1987) als archäologische Feldkarte verwendet – ein Satz von Blättern, der die West-Berliner Bezirke durch historische Architektur verdichtet und so physische Anlässe zum Skizzieren und zur erneuten Lektüre der heutigen Stadt bietet.
Im Verlauf dieser explorativen Begehungen zeigte sich ein wiederkehrendes räumliches Muster: Berlins ikonische Straßenbrunnen befinden sich häufig an Straßenecken und bilden kleine dreieckige Restflächen an den Schnittpunkten von Fußgängerströmen. Diese Zwischenräume werden zu informellen Kondensationspunkten für Stadtmöblierung wie Kioske, Imbissstände, Werbesäulen usw. und erzeugen Mikro-Orte des Zusammenkommens, die soziale Routinen und alltägliche Rituale leise speichern.
In einer Stadt, die durch Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau geprägt ist, bestehen diese Urban Triangles als loci im Sinne Aldo Rossis fort: als feste Punkte, die historische Schichten tragen, soziale Nutzung anziehen und das fragmentierte urbane Gefüge stabilisieren (The Architecture of the City, 1966). Zusammen mit den umgebenden Objekten und Aktivitäten bilden diese „ URABN DREIECKE“ eine lesbare Einheit des Kiez – Berlins subjektiver, gelebter Nachbarschaftsskala.